Bericht 1 vom Barcamp Gesellschaft 2.0

Heute und morgen findet in Berlin die eine Veranstaltung aus der Reihe „Wissenschaft kontrovers“ statt. Beim Barcamp mit dem Titel „Gesellschaft 2.0 – Und was kommt dann?“ geht es um Themen wie Open Knowledge, Datensicherheit und Crowdsourcing, digitale Gesellschaftssystem, Sharing-Culture oder E-Democracy. Hohe Buzzword-Dichte gleich im ersten Absatz: check. Was tatsächlich diskutiert wird, hängt natürlich wie bei jedem Barcamp von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab. Und darauf bin ich sehr gespannt und werde darüber hier im Blog berichten.

Bericht vom Barcamp

Zu Beginn stehen Impulsreferate von

    • Dr. Nils Weichert, Leiter des Fachbereichs Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland

Nils Weichert sagt: Der Begriff „Gesellschaft 2.0“ ist eine Metapher, um einen Gesellschaftlichen Wandelungsprozess zu beschreiben. Beispiele dafür sind Wikis und das Phänomen Wikipedia oder Offene Bildungsmaterialien (OER).

Sein Vortrag liefert eine schöne Einführung ins Thema, war aber leider nicht einfach zu folgen, da er seinen Text sehr schnell vorlas.

  • Prof. Dr. Hendrik Send, Projektleiter der Abteilung Forschung am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Hendrik Send sagt: Das Netz ermöglicht neue Dimensionen der gesellschaftlichen Partizipation. Auch immer mehr Unternehmen öffnen sich und legen zum Beispiel patentgeschützt Informationen schon nach wenigen Jahren offen, Stichwort Open Innovation. Die digitale Gesellschaft könnte so als Plattform für Interessengruppen ohne starke Lobby dienen.

Sein frei gehaltener Impuls liefert einen mit vielen kulturellen und wirtschaftswissenschaftlichen Bezügen gespickten Tour d’Horizon über die aktuellen Entwicklungen der vernetzten Gesellschaft.

Das Pad zur Veranstaltung ist hier: https://piratenpad.de/p/barcamp2punkt0.

Zum Beginn sind etwa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer da. Die Diskussion der beiden Impulsvorträge mündet in der Erkenntnis, dass wir keine exakte und konsensuale Definition des Begriffs „Gesellschaft 2.0“ finden konnten. Gleichwohl wollen wir ein Stimmungsbild der TeilnehmerInnen einholen, wie wir den Entwicklungen Richtung Gesellschaft 2.0 gegenüber eingestellt sind. Das Ergebnis: 18 zu 1 sehen das eher positiv als negativ – bei etwa 10 Enthaltungen.

Gut oder schlecht, die Gesellschaft 2.0?
Gut oder schlecht, die Gesellschaft 2.0?

Das Ergebnis der Sessionplanung lautet:

Das Ergebnis der Sessionplanung
Das Ergebnis der Sessionplanung

Sessions 16.00 – 16.45

Wegen des bekannten Problems, mich nicht zweiteilen zu können (und zu wollen), berichte ich hier nur über die Parallelsession, an der ich teilgenommen habe.

A1) Was ist Gesellschaft 2.0? Wie Technologie selbst gesalten? – Jana und Uwe

Dokumentations-Pad der Session

A2) Offene Wissenschaft – Oliver Tacke

Wir kann man mithilfe des Internets Wissenschaft als offenen Prozess gestalten?

Meist läuft der wissenschaftliche Erkenntnisgewinnungsprozess in dieser Reihenfolge: Idee, Skizze, Finanzierung, Plan, Erhebung, Auswertung, Teilen, Rezipieren.

Alle diese Einzelschritte kann man offen und transparent gestalten: z.B. eine Forschungsidee aufs eigene Blog stellen und dort diskutieren. Finanzierung kann über Crowdfunding offen gestaltet werden. Am spannendsten sind die Punkte Datenerhebung und Auswertung, die man über Crowdsourcing bzw. Citizen Science realisiert werden kann. Beim Teilen kommt das Thema Open Access ins Spiel.

Kritik am „Elfenbeiturm Wissenschaft“: Der Prozess ist bislang zu abgekoppelt und nicht für die Gesellschaft zugänglich.

Oliver Tacke hat bereits eine wirtschaftsinformatisches Forschungsprozess mal so offen gestaltet und damit sehr positive Erfahrungen gesammelt. Auch den Prozess der Lehre kann man so offen gestalten.

Der Weg hin zur Offenen oder Öffentlichen Wissenschaft ist lang und steinig. Oliver ist nicht mehr so zuversichtlich, dass die Wissenschaft sich schon bald komplett öffnet. Problem sind das „System Wissenschaft“ als Hamsterrad für junge Karrierewege und Beharrungstendenzen beim Althergebrachten.

Dokumentations-Pad der Session

Sessions 17.00 – 17.45

B1) Gefahren in Web 2.0 – Jonas

Jonas stellt die Frage zur Diskussion, ob Anonymität im Internet positiv oder negativ ist. Die Diskussion entwickelt sich hin zur Frage, in wie weit soziale Probleme wie asoziales Verhalten, Mobbing oder Straftaten im Internet durch Technik gelöst werden können. Dahinter steht auch der Wettstreit zwischen Sicherheit und Freiheit. Dabei dürfen Verkehrsanalogien natürlich nicht fehlen.

Dokumentations-Pad der Session

B2) Alles über Barcamps – Jan Theofel

Dokumentations-Pad der Session

Hier Teil 2 vom zweiten Tag.

Über das Barcamp

Sowohl das Barcamp wie auch die Folge-Events von „Wissenschaft kontrovers“ in anderen Teilen der Republik werden von Wissenschaft im Dialog (WiD) im Auftrag und mit Förderung durch das BMBF sowie das Wissenschaftsjahr Digitale Gesellschaft organisiert.

Offenlegung: Ich blogge hier auf Anregung der Barcamp-Organisatoren als so genannter Gast-Blogger. Mit den Organisatoren, insbesondere Katja Machill von WiD bin ich kollegial und freundschaftlich verbunden. Dieser Blogbericht ist mein unbezahltes Privatvergnügen.

 

3 Gedanken zu „Bericht 1 vom Barcamp Gesellschaft 2.0“

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