Letzter BSWK im Jahr 2014

BSWK: How to video. Bild: Katja Machill
BSWK: How to video. Bild: Katja Machill

Ob Schminktipps, Strickanleitung oder konkrete Hinweise zur Benutzung von digitalen Tools – How-to-Videos haben Konjunktur. Dass sie auch für die Wissenschaftskommunikation durchaus interessant sein können, zeigen YouTube-Kanäle wie Kurzgesagt, 100SekundenPhysik oder Explainity.

Der Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) spricht am 26. November 2014 um 19 Uhr im Berliner Hof (Hildegardstr. 14, 10715 Berlin-Wilmersdorf, U7 Blissestraße oder S Heidelberger Platz/Ringbahn) über Erklärvideos in der Wissenschaftskommunikation: Wann sind sie sinnvoll? Wie kann man sie selber machen? Welche verschiedenen Techniken (Schiebe-Videos, Stop-Motion-Video, Animationen…) gibt es? Wie und zu welchen Preisen kann man Erklärvideos produzieren lassen? Und was ist mit den 6-Sekunden-Twitter-Videos Vine?

Als Experte für Videoproduktion mit dabei ist Ragnar Vogt von nufan Film.

Wie immer bitten wir um eine kurze Anmeldung per Mail, hier in den Kommentaren oder auf Facebook, um die Tischgröße ggfs. anpassen zu können.

Wir freuen uns auf euch!

Über den BSWK

Beim offenen Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) treffen sich WissenschaftsjournalistInnen, WissenschaftskommunikatorInnen und an Wissenschaftskommunikation Interessierte (z.B. Forschende) am letzten Mittwoch des Monats in Berlin, um sich über aktuelle Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation auszutauschen. Es gibt sowohl Themen-Abende als auch eine spontane Abfrage zu Beginn, wen gerade was beschäftigt und worüber jeder gerne reden würde. Über Termine und Treffpunkte informiert Katja Machill über eine Mailingliste.

BSWK zu Facebook und Twitter in der Wissenschaftskommunikation

BSWK am 29.10.2014. Bild: Katja Machill
BSWK am 29.10.2014. Bild: Katja Machill

Der Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) trifft sich am 29. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Sankt Oberholz (Rosenthaler Straße 72a, Berlin-Mitte, U8 Rosenthaler Platz). Das Thema: Facebook und Twitter in der Wissenschaftskommunikation. Als Kommunikatoren haben wir alle mehr oder minder mit diesen beiden Social Media Tools zu tun und wollen ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und unsere Erfahrungen austauschen.

Fragen, die dabei auftauchen könnten, sind z.B.: Wie kann ich auf Facebook so mit Nutzern interagieren, damit sie meine Seite liken? Wer hat Erfahrung mit Anzeigenschaltung auf Facebook? Was bringen Listen auf Twitter? Sind Hashtags noch aktuell? Was sind die angesagten Social Media-Managing-Tools? Ist Hootsuite noch aktuell? Wer hat Erfahrungen mit Twitter-Analyse-Tools? Mit welchen Tools kann man Twitter- und Facebook-Inhalte am besten dokumentieren? Was gibt es neben Storify? Welche anderen Apps und Dienste lassen sich gut mit Faceook und Twitter kombinieren? Vine, Flickr, Instagram? Wohin mit den Bildernachweisen? Und und und …

Wir freuen uns auf euch und auf noch viel mehr Fragen! Und Antworten …

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Über den BSWK

Beim offenen Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) treffen sich WissenschaftsjournalistInnen, WissenschaftskommunikatorInnen und an Wissenschaftskommunikation Interessierte (z.B. Forschende) am letzten Mittwoch des Monats in Berlin, um sich über aktuelle Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation auszutauschen. Es gibt sowohl Themen-Abende als auch eine spontane Abfrage zu Beginn, wen gerade was beschäftigt und worüber jeder gerne reden würde. Über Termine und Treffpunkte informiert Katja Machill über eine Mailingliste.

BSWK zu Gamification und Spielen in der Wissenschaftskommunikation

Spiele-BSWK. Coole Zeichnung: Katja Machill
Spiele-BSWK. Coole Zeichnung: Katja Machill

Der Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) trifft sich am 24. September 2014 um 19.00 Uhr im Schraders (Malplaquetstr. 16b, Berlin-Wedding, U6 Seestraße). Thema diesmal: Gamification und Spiele – und was die Wissenschaftskommunikation damit zu tun hat. Als Experten dürfen wir Susanne Brandhorst und Thomas Bremer vom Studiengang „Game Design“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) begrüßen.

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BSWK zu Wissenschaftskommunikation in Schule und KiTa

BSWK: Wissenschaftskommunikation in Schule und KiTa. Bild: Katja Machill
BSWK: Wissenschaftskommunikation in Schule und KiTa. Bild: Katja Machill

Der Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) trifft sich am 27. August 2014 um 19.00 Uhr im Golgatha Biergarten im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg (Eingang von der Katzbachstraße, Höhe Monumentenstraße). Thema diesmal: Wissenschaftskommunikation in Schule und KiTa. Wie immer bitten wir um eine kurze Anmeldung per Mail, hier in den Kommentaren oder dem Facebook-Termin, um die Tischgröße ggfs. anpassen zu können.

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BSWK am 30. Juli 2014 zum Thema: Wissenschaftskommunikation in der Selbstreflexion

BSWK zur WissKomm in der Selbstreflexion
BSWK zur WissKomm in der Selbstreflexion

Der Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) trifft sich am 30. Juli 2014 um 19.00 Uhr bei Frau Mittenmang (Rodenberg Str. 37, 10439 Berlin; S Schönhauser Allee). Thema soll die Diskussion über die Wissenschaftskommunikation sein, die diesen Sommer durch die Veröffentlichung eines Papiers des Siggener Kreises und der WÖM-Stellungnahme sowie durch einen Workshop der Volkswagen-Stiftung aufgeflammt ist. Eine Linkliste zum Einlesen in diese Thematik hat Marcus Anhäuser verbloggt.

Bitte gebt in den Kommentaren kurz Bescheid, ob Ihr kommt – damit ich die Tischgröße gegebenenfalls anpassen kann. Außerdem sammeln Katja Machill und ich nach vie vor Euer Feedback zum Stammtisch. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr diese Fragen beantworten könntet:

Über den BSWK

Beim offenen Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0 (BSWK) treffen sich WissenschaftsjournalistInnen, WissenschaftskommunikatorInnen und an Wissenschaftskommunikation Interessierte (z.B. Forschende) am letzten Mittwoch des Monats in Berlin, um sich über aktuelle Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation auszutauschen. Es gibt sowohl Themen-Abende als auch eine spontane Abfrage zu Beginn, wen gerade was beschäftigt und worüber jeder gerne reden würde. Über Termine und Treffpunkte informiert Katja Machill über eine Mailingliste.

 

Vergesst die „Zielgruppen“

Zur Zeit ist die deutsche Wissenschaftskommunikation in einer Art Selbstreflexionsprozess. WissenschaftsjournalistInnen, WissenschaftlerInnen und WissenschaftskommunikatorInnen diskutieren darüber, wie zu kommunizieren und was gute Wissenschaftskommunikation ist und was nicht. So weit so gut. Nach dem Siggener Kreis hatte vor zwei Wochen eine die WÖM-Arbeitsgruppe der Akademien ihre Stellungnahme dazu vorgestellt. Morgen und übermorgen trifft sich auf Einladung der Volkswagen-Stiftung eine Runde von etwa 60 Personen zu einem so genannten Experten-Workshop (Programm) zum selben Thema. Im Vorfeld dazu gab und gibt es zahlreiche Impulse in Blogbeiträgen (Links siehe unten).

Ich möchte hier zwei Punkte in die Runde werfen, die mir bei den Diskussionen um eine bessere Wissenschaftskommunikation immer wieder auffallen:

1.) Ich plädiere dafür, den Begriff der Zielgruppe abzuschaffen.

Grund 1: Zielgruppe klingt nach Einbahnstraßen-Kommunikation. Ich rede, Du hörst zu. Das ist kein zeitgemäßes Verständnis der Wissenschaftskommunikation in einer beteiligungswilligen, offenen, transparenzfordernden Gesellschaft. Stattdessen geht es – insbesondere aber nicht nur in der Online- und speziell Web 2.0-Kommunikation – doch um Interaktion und einen (nicht nur simulierten) Dialog. Ich schlage daher vor, den Zielgruppen-Begriff durch den der Interaktionsgruppe zu ersetzten. Das zeigt viel besser an, dass es uns auch ums Zuhören, Ernstnehmen und Eingehen auf unsere Kommunikationspartner nicht nur um das Gehörtwerden geht.

Grund 2 (speziell für Online und Social Media-Kommunikation): „Zielgruppengerechte Kommunikation“ – das klingt in Kommunikationsstragien und -leitfäden erstmal gut, weil man sich über seinen Kommunikationspartner Gedanken gemacht hat. Letzteres ist natürlich in der Tat notwendig und gut. Aber wenn das dazu führt, dass man die Kommunikation „genau so und nicht anders“ betreibt, eben weil „unsere Zielgruppe“ das genau so und nicht anders wünscht, dann verkennt das ein Phänomen: Das Internet ist nahezu unendlich groß. Auf jeden Leser, der nur 3000 Zeichen lesen will, kommt eine Leserin, die dieselbe Geschichte in 9000 Zeichen lesen möchte. Auf jeden Benutzer, der ein Youtube-Video gerne 2 Minuten lang hätte, kommt einer, der es gerne 2 Stunden lang hätte. Und auch bei Kriterien wie „welche Vorkenntnisse setzen wir voraus“, „wie viel Unterhaltungselemente kommen gut an“ oder „wie locker darf der Tonfall sein“ kann es aus meiner Sicht im Internet nicht die eine Wahrheit geben. Daher wird das Reden von „der Zielgruppe“ unsinnig.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch die Interaktionsgruppen müssen von den Wissenschaftskommunikation-Betreibenden für ihr jeweiliges Kommunikationsziel definiert werden. Ziele und eine Strategie braucht man natürlich nach wie vor.

2.) Die Wissenschaftskommunikation muss eigene Wege bezüglich der Herausforderungen der Aufmerksamkeitsökonomie finden.

Die Kommunikationsangebote nehmen ständig zu. Neben klassischen Medien steigt gerade bei jungen Menschen die Nutzung von Chatdiensten wie Whatsapp und Social Media-Diensten wie Youtube und Facebook. Doch der Tag hat weiterhin nur 24 Stunden. Die Frage lautet also sowohl für WissenschaftsjournalstInnen als auch für WissenschaftskommunikatorInnen: Wie schaffe ich es, die Aufmerksamkeit meiner Interaktionsgruppe zu erhalten? – und zwar angesichts der oben beschriebenen Herausforderung, dass man mit immer mehr anderen Angeboten konkurriert. Hier sehe ich bislang noch zu wenige Antworten.

Einen möglichen Weg, damit umzugehen, habe ich für die institutionelle Wissenschaftskommunikation einer Forschungsorganisation neulich einmal in den Helmholtz-Blogs beschrieben. Kurz gesagt: Spannende Audio-Podcasts, die Hörende dann konsumieren können, wenn es ihnen keine Zeit klaut, sind ein tolle Chance für die Wissenschaftskommunikation – auch weil sie Wissenschaft über ihre Akteure darstellen: persönlich und ausführlich. Das ist aber nur ein Beispiel. Ich will damit nicht sagen, dass Podcasts die Lösung des Problems sind. Ich würde aber gerne Ideen austauschen, mit welchen weiteren Methoden wir die Aufmerksamkeit unserer Interaktionsgruppen  gewinnen können.

Links und Lese-Tipps zum Thema

 

Bericht 2 vom Barcamp Gesellschaft 2.0

Heute findet in Berlin der zweite Teil des Barcamps mit dem Titel “Gesellschaft 2.0 – Und was kommt dann?” statt. Darin geht es um Themen wie Open Knowledge, Datensicherheit und Crowdsourcing, digitale Gesellschaftssystem, Sharing-Culture oder E-Democracy. Was tatsächlich diskutiert wird, hängt natürlich wie bei jedem Barcamp von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab. Wie schon gestern werde ich darüber auch heute hier im Blog berichten.

Bericht vom Barcamp

Heute morgen sind bisher 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen, bis zum Nachmittag wurden es knapp 20. Auch heute kann ich leider wieder nur aus derjenigen Parallelsession berichten, die ich besucht habe.

Sessions 11:30 – 12:15 Uhr
C1) Web 2.0 im Klassenzimmer/Seminarraum/Hörsaal/LLL Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-c1
C2) Jugend als Relevanzfilter und -verstärker (Albert) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-c2
C3) Geschichten 2.0 – Alte Geschichten „post privacy“ neu erzählt (@jantheofel nach einer Idee von @musevg) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-c3

Wie sähen Filmen oder Büchern bekannte Geschichten aus, wenn wir sie im Post-Snowden-Style erzählen: die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel, Herr der Ringe oder der Wolf und die sieben Geißlein – in einer total überwachten oder in einer post privacy-Welt.

Zwei Kleingruppen schrieben Robin Hood und Hänsel und Gretel um:

Die Eltern von Hänsel und Gretel sind so sehr mit ihrer Social Media-Kommunikation beschäftigt, dass die Kinder zu verhungern drohen. Hänsel und Gretel suchen daher in ihren Smartphones nach Restaurants in ihrer Nähe. Bei Foursquare finden sie das „Hexenhaus“, das sehr positive Bewertungen hat. Sie wissen nicht, dass die Betreiberin Xena diese Kommentare hat faken lassen. Daher gehen die beiden zum Hexenhaus und checken bei Foursquare ein. Die Hexe Xena greift sofort auf alle Profildaten der beiden zu: auf das Kaufverhalten über die Paybackkarte. Daran sieht sie, dass Hänsel immer Lebensmittel kauft, die ihn besonders lecker machen. Die Blutwerte von Gretel aus deren Krankenkassendaten deuten darauf hin, dass sie das Mädchen besser nicht isst. Da Gretel außerdem subversive Kommentare auf Twitter schreibt, befürchtet die Hexe, dass ihr Plan, Hänsel zu verspeisen, auffliegen könnte. Sie sperrt daher das Mädchen in einem Gartenhäuschen in Brandenburg ein, wo ihr Smartphone keinen Empfang hat. Beim Test, ob Hänsel schon fett genug ist, lässt sich die Hexe sich nicht durch den von ihm hingehaltenen Knochen täuschen, da sie Zugriff auf seine Quantified Self-Daten hat und seine Runtastic-Werte auf starkes Übergewicht hindeuten. Hänsel landet im Ofen und gibt einen leckeren Braten für die Hexe ab. Ihr InstaFood-Bild erreicht auch Instagram 23 Likes.

Robin Hood 2.0

Der König von England, Richard Löwenherz, begibt sich auf einen diplomatische Reise wird jedoch als Geisel genommen. In seiner Abwesenheit putscht sein Cousin und reißt die Macht an sich. Sein Minister, der Sheriff von Nottingham, entmachtet alle königstreuen, unter anderem Robin Hood. Der Sheriff von Nottingham modifiziert die Identität von Robin Hood und deklariert ihn bei den Strafbehörden als Kriminellen. Robin Hood wird gezwungen unterzutauchen, um der Verhaftung zu entgehen. Er schließt sich Anonymus an, die regelmäßig die neue Staatsbank hacken. Markenzeichen sind die Pfeile, an die QR-Codes geheftet sind und von der Bevölkerung gefunden werden. Die QR-Codes führen zu Leak-Seiten, die über die Machenschaften des Ursupators informieren. Die Schwarzkontengelder werden umgeleitet und der rechtmäßige König kann frei gekauft werden. Er kehrt nach England zurück. Nach Flashmobs durch die Bevölkerung kann er wieder seinen Thron besteigen. Die modifizierten Identitäten werden wieder her gestellt.

Sessions 12:30 – 13:15 Uhr
D1) Freizeit 2.0 / Visionen 2.0 (Schang Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-d1
D2) Offene Wissenschaft (Oliver Tacke) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-d2
D3) Geld & Daten (@netzmilieu) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-d3

Markus sagt: Digital ist eine Einstellung und kein Projekt, ein Weg und kein Ziel. Sein Versuch einer Definition: „Digitalisierung ist das Abbilden unseres Alltags und unserer Wirtschaft in maschinenlesbarer Form, bei gleichzeitiger Steigerung der Vernetzungsdichte von Menschen, Dingen und Informationen.“

Laut Ray Kurzweil passiert in der verbleibenden Lebenszeit einerseits so viel Veränderung, andererseits wissen wir nicht, was das sein wir. Daher sollten wir besser gleich ins Wasser springen, schwimmen lernen und besser Surfbretter dabei haben sollten.

Es entsteht gerade eine digitale Kultur mit Daten als viertem Produktionsfaktor, neben Kapital, Arbeit und Rohstoffen. Vielleicht brauchen wir in Analogie zum Geld auch für Daten eine Bank, eine Daten-Bank, um den Handel mit Daten gesellschaftlich zu reglementieren. Analog könnte man, wenn Daten Produktionsfaktoren sind, auch fragen, ob die Gesellschaft den Umgang mit verschiedenen Datenarten auch reglementieren sollte. Schließlich ist in der analogen Welt der Umgang mit Ressourcen auch nicht allen gleich gestattet – Beispiel: Wasser, giftige Chemikalien und Plutonium.

So schnell vergeht die Zeit. Hiermit sind Markus und ich noch groß geworden:

Sessions 14:30 – 15:15 Uhr
E1) Arbeit 2.0 (Verena) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-e1

Arbeit wird immer mobiler. Kollaboration wird immer wichtiger. Hierarchien werden weniger relevant. Die Trennung zwischen Privatperson und MitarbeiterIn, zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist immer weniger möglich. Gleichzeitig gibt es unterschiedlichen Menschentypen: Manche lehnen die Veränderungen ab, die die Digitalisierung mit sich bringt. Welche Folgen hat „always on“ für die Work-Life-Balance? Sind neue Finanzierungsquellen wie Crowdfunding oder Spenden von Konsumenten aus dem Netz eine Alternative für mehr als nur einige wenige? Wird Arbeitszeit weiterhin als Arbeitsleistung gewertet oder das Ergebnis?

Für welche Arbeitsplätze ist Arbeit 2.0 eigentlich möglich? Geht das auch für Verkäufer, Bauarbeiter und Lokführer? Gibt es für Arbeiter 2.0 auch Gewerkschaften?

E2) Beteiligung 2.0 (Kathi) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-e2

Sessions 15:30 – 16:15 Uhr
F1) Quantified Self – Roland. Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-f1
F2) Social Media mit Spiritualität erklärt (@jantheofel) Dokumentation unter https://piratenpad.de/p/ges20-session-f2

Jan: Traditionen wie Advaita vertreten die Ansicht, dass Botschaften immer nur als ich-Botschaften verstanden werden können. Ein Satz wie „Ich habe eine neue Brücke gebaut“ sollen demnach nicht nur den Fakt, dass es eine neue Brücke gibt, betonen sondern reprösentieren viel mehr den Wunsch nach sozialer Anerkennung. Social Media ist Ich-Geschichten-Erzählen in Reinform. Social Media ist auch ein virtueller Boxsack, an dem man seine Gefühle auslassen kann.

Fazit

Das Barcamp „Gesellschaft 2.0“ lieferte viele schlaglichtartige Impulse auf unterschiedliche Aspekte der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung unserer Gesellschaft. Wie bei jedem Barcamp, das ich besucht habe, fehlte auch hier ein roter Faden, der sich thematisch durch die Sessions zog oder deren Inhalte einordnete. Aber so ist das eben, bei Unkonferenzen, die sich spontan und grötenteils ungeplant organisieren. Gleichwohl fand ich einzelne Sessions spannend und gewinnbringend, wie etwa die Idee, neue Narrative für bzw. eher gegen die Überwachung zu erschaffen. Solche Geschichten wie etwa Märchen oder bekannte Bücher oder Filme im Post-Snowden- oder postprivacy-Kontext neu zu schreiben, finde ich eine sehr schöne Idee, um das drohende Abstumpfen und „ich kann das nicht mehr hören“-Gefühl in weiten Teilen der Gesellschaft gegenüber der Spähaffäre zu bekämpfen.

Ich hätte dem Barcamp mehr als die knapp 50 Besucher gewünscht, die an beiden Tagen zusammengenommen kamen. Mit den 15 TeilnehmerInnen am zweiten Tag waren die parallelen Gruppen schon recht klein. So hoffe ich, dass die weiteren „Wissenschaft kontrovers“-Veranstaltungen noch mehr Resonanz finden werden. Die Veranstaltung lieferte einen freien Assoziationsraum zum Gedankenaustausch mit Menschen, die an ähnlichen Themen interessiert sind.

Video: WiD, CC-BY 3.0

Über das Barcamp

Sowohl das Barcamp wie auch die Folge-Events von “Wissenschaft kontrovers” in anderen Teilen der Republik werden von Wissenschaft im Dialog (WiD) im Auftrag und mit Förderung durch das BMBF sowie das Wissenschaftsjahr Digitale Gesellschaft organisiert.

Offenlegung: Ich blogge hier auf Anregung der Barcamp-Organisatoren als so genannter Gast-Blogger. Mit den Organisatoren, insbesondere Katja Machill von WiD bin ich kollegial und freundschaftlich verbunden. Dieser Blogbericht ist mein unbezahltes Privatvergnügen.