Warum Forschende bloggen sollten

Wissenschaftsblogs
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Die Zeitung „lichtblick“ des Helmholtz-Zentrums Berlin fragte mich neulich, was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wohl dazu bewegt und bewegen könnte, zu bloggen. Hier meine Antwort.

Blöderweise habe ich Florians Nachnamen falsch geschrieben. Der Mann heißt Freistetter. Asche auf mein Haupt.

Wolfgang Blau über den Kommunikations- und Medienwandel

Ihr solltet Euch die halbe Stunde nehmen und Wolfgang Blau zuhören, was er über die Medien- und Kommunikations“revolution“ dieser Jahre erzählt. Eine sehr gute Beobachtung und Beschreibung. Auch den Schlussfolgerungen schließe ich mich an.

Video: Forum Journalismus.

Resonator – Wissenschaftspodcast II

Resonator-Logo
Resonator-Logo

Heute erscheint die erste Folge des neuen Audio-Podcasts Resonator. Ein Podcast ist eine Serie von Audio-Sendungen, die im Internet veröffentlicht und kostenlos zum Abonnement beziehungsweise Download angeboten werden. Im „Resonator – dem Forschungspodcast der Helmholtz-Gemeinschaft“ spricht Moderator Holger Klein mit WissenschaftlerInnen über ihre Arbeit und sie selbst. Hören Sie mal rein – ich empfehle, den Podcast auf mobilen Geräten zu hören, wenn das Gehirn zwar aufnahmefähig ist, die Augen aber nicht frei sind – zum Beispiel unterwegs.

Im Resonator (der Name lehnt sich am Helmholtz-Resonator an) bilden wir über mehrere Sendungen (auch Podcast-Episoden oder -Folgen genannt) hinweg größere Themenblöcke. Los geht’s mit dem Demografischen Wandel. Diese Themenblöcke werden dann in etwa fünf Gesprächen mit WissenschaftlerInnen aus verschiedener Helmholtz-Zentren von mehreren Seiten beleuchtet. Wir wollen so die Breite der Helmholtz-Forschungsansätze darstellen. Später im Jahr sprechen wir dann über den Themenblock „Klimawandel und Energiewende“. Pro Sendung redet Moderator Holger Klein mit jeweils einer/m WissenschaftlerIn über ihr/sein jeweiliges Forschungsthema.

Die Podcast-Blase verlassen: Kurze und lange Folgen

Das Besondere an diesem Podcast: Der Resonator kommt ab der zweiten Ausgabe in zwei Längen daher – einer ausführlichen Fassung für alle Detail-Interessierten und einer kürzeren Version für alle, die nicht so viel Zeit investieren wollen oder können. Wir hoffen so, das Medium Podcast für eine breitere Zielgruppe attraktiv zu machen und Menschen an das Format heranzuführen, die bisher keine Podcasts hören. Zum Einstieg in die Gesprächsserie spricht Holger Klein mit meinem Chef Jan-Martin Wiarda, Leiter Kommunikation und Medien der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft über das deutsche Wissenschaftssystem im Allgemeinen und Helmholtz im Besonderen.

Die Gespräche sind bewusst nicht geskripted. Dies führt im Idealfall zu einem sich spontan entwickelnden Gespräch, bei dem der Moderator eine/n ExpertIn zum Thema befragt. Das Interview soll dabei absichtlich nicht den konsequent hierarchischen Aufbau eines Lehrbuch-Aufsatzes oder Wikipedia-Artikels haben. Ins Detail führende Nachfragen bilden das Rückgrat des Formats. Moderator Holger Klein nimmt dabei als Fragender die Rolle des Anwalts des nicht themenspezifisch vorgebildeten aber interessierten Hörers ein. Das Gespräch könnte so auch stattfinden, wenn Moderator und Interviewter sich zum Beispiel auf einer längeren Zugfahrt kennengelernt hätten und miteinander ins Gespräch gekommen wären. Der Hörer nimmt wie ein Mitlauschender auf dem Nachbarsitz am Erkenntnisgewinn-Prozess des Interviewers teil.

Ja, die Leute hören sich lange Inhalte an – aber natürlich nicht am Schreibtisch

Helmholtz-Pressesprecher Jan-Martin Wiarda (links) und Resonator-Moderator Holger Klein (rechts)
Helmholtz-Pressesprecher Jan-Martin Wiarda (links) und Resonator-Moderator Holger Klein (rechts)

Die Episodendauer ist nicht explizit festgelegt und richtet sich nach dem jeweiligen Gesprächsverlauf. Eine Sendungsdauer von 60 bis 90 Minuten ist dabei nichts Ungewöhnliches. Wer sich noch nicht mit ausführlichen Audio-Podcasts beschäftigt hat, dem erscheint eine solche Länge angesichts der zunehmenden Verschnellerung der Online-Kommunikation zunächst ungewöhnlich. Tatsache ist jedoch, dass es parallel zum Trend zu kürzeren Inhalten auch den Wunsch vieler Nutzer nach ausführlichen Inhalten gibt. Und gerade dafür ist das Medium Audio ideal – allerdings nicht, um es lean forward vor einem Computer am Tisch sitzend zu konsumieren. Podcasts entfalten erst dann ihre ideale Wirkung, wenn man sie mobil und lean back konsumiert – auf Auto- oder Zugfahrten, beim Joggen oder Spazierengehen, im Fitnessstudio, bei der Hausarbeit oder beim Einkaufen. Eben immer dann, wenn das Gehirn zwar Input vertragen könnte, die Augen aber gebunden sind. Andere Wissenschaftspodcasts haben bereits den Wunsch der Hörer nach solchen Formate deutlich gezeigt. Neben MP3-Spielern bieten Smartphones heute gute Apps, um Podcasts für den automatischen Download neuer Folgen zu abonnieren und anzuhören – auch in höherer Geschwindigkeit, wem es ansonsten zu langsam voran geht.

Ziel des Resonators sind die Darstellung der Helmholtz-Forschungsthemen und der gesellschaftlichen Relevanz der Wissenschaft in einem lockeren Gesprächston. Wir wollen so auch die Faszination Forschung und Begeisterung für das Berufsbild WissenschaftlerInnen transportieren.

Freie Lizenz und Dank

Der Resonator-Podcast steht unter einer Creative Commons-Lizenz, genauer gesagt unter CC-BY 3.0. Das heißt, jeder kann den Inhalt des Podcasts weiterverwenden, solange als Urheber „Holger Klein/Helmholtz-Gemeinschaft“ genannt werden, die CC-Lizenz erwähnt und nicht der Eindruck erzeugt wird, dass wir das neue Werk explizit und im Einzelfall gut heißen würden („don’t suggest endorsement“). Generell freuen wir uns aber natürlich über zahlreiche Weiterverwendung mit Quellenhinweis!

Der Resonator ist eine Auftragsproduktion der Helmholtz-Gemeinschaft und insofern bereits mit Steuergeldern bezahlt – es gibt daher keine bei anderen Podcasts übliche flattr-Buttons. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Podlove-Projekt, dessen Software wir für unseren Podcast kostenlos nutzen können. Eine Unterstützung solcher CommunityProjekte halte ich persönlich für sehr sinnvoll, da sie das Podcasting insgesamt voran bringen. Wir freuen uns sehr über Kommentare im Blog, auf Social Media-Plattformen und in Podcast-Verzeichnissen wie iTunes.

Zweite Wissenschaftspodcast-Auftragsarbeit nach Raumzeit

Als ich im August 2012 als Social Media-Manager in die Helmholtz-Kommunikationsabteilung kam, schlug ich sofort vor, den Erfolg der Raumzeit, die ich beim DLR zusammen mit Tim und der ESA umgesetzt hatte, auf alle Helmholtz-Forschungsthemen auszuweiten. Das Vergabeverfahren ergab, dass wir den Resonator mit Holger umsetzen. Ich kann nur hoffen, dass andere Wissenschaftsorganisationen weitere Podcaster ansprechen, um ebenfalls Wissenschaftspodcasts zu starten. Es gibt in Deutschland viele engagierte Podcaster mit tollen Ideen für besondere und erfolgsversprechende Formate. Der USP beim Resonator ist sicherlich das „lange und kurze Folgen“-Feature, das Holger vorgeschlagen hat. Ich sehe gute Chancen, damit mehr Menschen zum Podcast-Hören zu bekommen und die Podcast-Bubble zu verlassen, da es bei vielen Menschen Berührungsängste ob der langen Sendungen gibt (auch wenn die meist sofort verschwinden, wenn sie es sich dann mal angehört haben). Sobald Podlove das „Multi Show-“ oder auch „Wrint-Feature“ hat, werden wir für die verschiedenen Längen des Resonators auch noch separate Feeds anbieten.

Jetzt freue ich mich erstmal auf die weitere Planung und Redaktionsarbeit für die nächsten Resonator-Folgen zusammen mit Holger. Wie gesagt geht es zunächst um den Demografischen Wandel und in einigen Monaten dann um den Klimawandel und die Energiewende.

Teilweises Crossposting: Dies ist eine erweiterte Fassung dieses Textes.

ScienceTweetup am 8. Juni in Berlin

Tweetup-Atmosphäre: Teilnehmer an Tischinseln mit zwei bis drei WLAN-Geräten pro Nase. Foto vom SpaceTweetup: Stefan Meiners (http://blog.unkreativ.net/)
Tweetup-Atmosphäre: Teilnehmer an Tischinseln mit zwei bis drei WLAN-Geräten pro Nase. Foto vom SpaceTweetup: Stefan Meiners

Zur Langen Nacht der Wissenschaften (LNdW), die am 8. Juni 2013 in Berlin stattfindet, ergibt sich endlich die erste Gelegenheit für ein #ScienceTweetup. Wir (das sind die Lange Nacht und die Helmholtz-Gemeinschaft) laden bis zu 20 Social Media-Nutzer ein, sich an diesem Tag vier naturwissenschaftliche Forschungsinstitute in Berlin-Adlershof anzusehen und mit WissenschaftlerInnen zu sprechen – und zwar exklusiv vor der eigentlichen Toresöffnung der Langen Nacht um 16 Uhr.

Bereits ab 13.30 Uhr treffen wir uns mit den eingeladenen Teilnehmern im Erwin Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität (HU) in Adlershof. Dann machen wir eine Labor-Tour durch die Physik der HU, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) sowie zum Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB). Die Tweetup-Teilnehmer können hier etwas über die Mathematik des Zufalls lernen und einen Quanten-Zufalls-Jazz hören, sich über Planetenforschung und fremde Himmelskörper informieren, ein einzigartiges Laser-Labor besuchen sowie den Elektronenspeicherring BESSY II. Die Forschungsanlagen und Labore haben wir zu diesem Zeitpunkt noch ganz für uns, da das Hauptprogramm der Langen Nacht der Wissenschaften erst um 16 Uhr beginnt.

Labortouren und Scientist-Speeddating in Kleingruppen

Fragen in kleinen Gruppen: Hier Astronauten beim SpaceTweetup. Foto: ESA. http://www.esa.int
Fragen in kleinen Gruppen: Hier Astronauten beim SpaceTweetup. Foto: ESA.

Zwischen 16.30 und 17.30 Uhr gibt es dann im #ScienceTweetup-Raum im Erwin Schrödinger-Zentrum eine ganz besondere Fragerunde, bei der unsere Teilnehmer jeweils eine/n ForscherIn aus den vier besuchten Institutionen ausführlich befragen können. Wir führen diese Q&A-Session allerdings nicht in einer Bühne-Publikum-Situtation durch, sondern ganz auf Augenhöhe. Die vier WissenschaftlerInnen werden dabei jeweils an einem Tisch mit fünf Tweetup-Teilnehmern sitzen und so ein Gespräch in einer kleinen Gruppe führen. Die Teilnehmer sollen dann alle Fragen zur Forschung und den zuvor besuchten Anlagen loswerden können. Nach einer Viertelstunde wechseln die WissenschaftlerInnen – ganz im Stile eines Science-Speeddatings – die Tischgruppen reihum. So hat jede Gruppe nach einer Stunde mit allen vier Experten gesprochen.

„ScienceTweetup am 8. Juni in Berlin“ weiterlesen

Scilogs-Preis 2013: Laudatio auf Blogger Michael Khan

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Wortwolke des Blogs Go for Launch

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Wissenschaftsblogger des Spektrum-Blogsportals Scilogs. Einmal im Jahr gibt es diese Zusammenkunft auf einem idyllisch gelegenen Weingut bei Deidesheim. Neben dem Austausch mit sehr spannenden Leuten und leckeren Spezialitäten wählen die Scilogger auch immer einen Blogger des Jahres. Nominiert werden drei Kandidaten aus Scilogs-Kreis von externen Gästen. Spektrum-Verlagsleiter Richard Zinken hatte mich gefragt, ob ich eine Laudatio halte würde.

Die Beschäftigung mit den vielfältigen Themen der Scilogs-Blogger hat mir viel Spaß gemacht. Toll, diese inhaltliche Breite des Scilogs! Ich habe mir natürlich lange überlegt, ob ich nicht eine Frau (schließlich waren bisher alle Preisträger Männer) oder einen Blogger aus einem Wissenschaftsfeld nominieren soll, das mir nicht ganz so nah liegt. Aber ich bin nach reiflicher Überlegung mit meiner Nominierung dann doch wieder beim Thema Raumfahrt gelandet. Hier meine Laudatio auf Michael Khan mit dem Blog „Go for Launch„:

Video: Spektrum.

Bei der anschließenden Wahl gab es zwei erste Plätze: Michael und Karl Urban, der in Deidesheim auch versuchte, seine Bloggerkollegen zum Podcast zu bewegen. Herzlichen Glückwunsch nochmal an beide. Die Laudatio auf Karl von Andrea E. Reinhardt ist übrigens großartig. 2014 haben die Scilogs dann mal eine weibliche Bloggerin des Jahres verdient!

Vielen Dank nochmal für die Einladung an das Spektrum-Team und diese tolle Chance, so viele interessante Menschen kennen lernen zu können!

Higgs goes re:publica

ON_STAGE_AT_rp13Wir wollen reden – über Grundlagenforschung im Allgemeinen und die naturwissenschaftliche Entdeckung der vergangenen 12 Monate im Besonderen: das Higgs-Teilchen. Und zwar auf der re:publica 2013, die vom 6. bis zum 8. Mai in Berlin stattfinden wird. Wir, das sind die TeilchenphysikerInnen Kerstin Borras, Kerstin Tackmann, Christoph Wissing und ich. Unsere Session „Faszination Grundlagenforschung – Das Higgs, Big Data und die Teilchenphysik“ wurde angenommen! Termin ist Dienstag, der 7. Mai.

Aus der Beschreibung:

Als Wissenschaftler am CERN am 4. Juli 2012 per Livestream verkündeten, man habe ein Teilchen entdeckt, bei dem es sich wahrscheinlich um das lange gesuchte Higgs-Teilchen handle, war die weltweite Aufmerksamkeit groß. Die Riesenmaschine LHC, ihre Konstrukteure und die Wissenschaftler hatten ihr erstes Ziel erreicht. Damit hat ausgerechnet ein Thema aus der Grundlagenforschung die größten Wissenschafts-Schlagzeilen im vergangenen Jahr gemacht. Die Gesellschaft leistet sich in vielen Wissenschaftsdisziplinen mit der Grundlagenforschung Kulturleistungen, die vielen Menschen nur schwer zu vermitteln sind. Doch genau diese Vermittlung ist – im Sinne von IN/SIDE/OUT – wichtig, damit die Gesellschaft teilhaben kann an den größtenteils steuerfinanzierten Forschungsergebnissen, ob in der Raumfahrt oder der Teilchenphysik.

Die Session vermittelt einen Einblick in die Teilchenphysik und lässt viel Raum für direkte Fragen des Publikums und die Interaktion mit drei beteiligten ForscherInnen:

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Moderation: Henning Krause, Social Media-Manager der Helmholtz-Gemeinschaft.

Ablauf: 20 Minuten Einführung durch die ForscherInnen, 40 Minuten Fragen und Antworten

Inhalte: Worum geht es bei der Teilchenphysik? Was macht man mit Teilchenbeschleunigern? Was ist das Higgs-Teilchen? Was ist das Besondere am Higgs? Wie hat man das Higgs entdeckt? Was bedeutet das für unser physikalisches Weltbild? Wofür brauchen wir solche Grundlagenforschung? Ist das nicht alles viel zu teuer?

Kerstin Tackmann, Kerstin Borras und Christoph Wissing berichten von Ihrer Arbeit am LHC und geben den Zuschauern dabei einen Einblick, wie sie aus den Myriaden von Teilchenkollisionen des LHC – ähnlich wie die Nadel im Heuhaufen – die wenigen entstehenden Higgs-Teilchen herausfiltern. Sie zeigen Visualisierungen von Teilchenkollisionen auf Grundlage echter Daten und erläutern, woran sie ein mögliches Higgs-Teilchen erkennen. Die Forscherinnen demonstrieren, wie sie die Messergebnisse auswerten. Dabei kommen Großrechner auf der ganzen Welt (Stichwort GRID) zum Einsatz: Big Science, Big Data. Nach der Einführung: 40 Minuten lockere Gesprächsrunde mit viel Publikumsinteraktion – sowohl über Saalmikros als auch über Twitter, eingebracht durch den Moderator.

DESY ist Deutschlands größtes Beschleunigerzentrum und stark in der Higgs-Fahndung engagiert. Etwa 150 DESY-Forscher arbeiten an den LHC-Experimenten am CERN in Genf. Das DESY unterhält in Hamburg und Zeuthen (bei Berlin) eigene Kontrollräume für die Experimente CMS und ATLAS am CERN, von denen aus die Datennahme dieser Detektoren überwacht werden kann. DESY ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Wissenschaftsorganisation.

Der Nachweis des Higgs-Teilchens mit der Riesenmaschine LHC war das Forschungshighlight 2012. Dieser Erfolg stellt neben dem wissenschaftlichen Durchbruch auch eine besondere Kulturleistung unserer Gesellschaft dar. Ich freue mich schon riesig auf die Session und die re:publica.

Update 1. Mai 2013: Die re:publica-Organisatoren haben heute etwas über den Open Science-Schwerpunkt gebloggt. Es gibt viele spannende Veranstaltungen zur Wissenschaft.

Update 8. Mai 2013: Hier ist das Video der Session.

Social Media Plattform App.Net – jetzt Accountnamen sichern

Bild: App.Net
Bild: App.Net

AppDotNet (kurz Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst ADN) ist nicht nur ein Soziales Netzwerk (das einen Dienst anbietet), sondern eine Plattform für Soziale Netzwerke. Den ersten Dienst gibt es schon unter https://alpha.app.net/. Alpha ist ein Twitter-Clone. Weitere Dienste wie ein Youtube- oder Facebook-Clone werden folgen. Außerdem gibt es bereits einen Filehosting-Service mit 10GB Platz pro Account. Man sollte ADN aber auf keinen Fall mit Alpha gleichsetzen. Alpha ist nur der erste ADN-Dienst.

Ein ADN-Account kostet 36 US-$ pro Jahr. Wieso sollten Benutzer für etwas bezahlen, was sie woanders (Twitter et al.) kostenlos kriegen? Die Antwort: Weil App.Net das Versprechen abgibt, keine Werbung einzublenden, Nutzerdaten nicht zu verkaufen und stets offene Schnittstellen für Entwickler von Programmen und Apps anzubieten. Genau das ist seit mindestens einem Jahr ein großes Problem bei Twitter, das zunächst nur die App-Hersteller spürten, bald werden es aber auch viele Benutzer merken. Twitter hat seine Philosophie von Offenheit weg entwickelt hin zu sehr restriktiven Vorgaben: RSS-Feeds abgeschaltet, es darf nur noch sehr wenig Content in Twitter eingebunden werden, Beschränkungen der Nutzerzahlen einzelner Apps über die Twitter-API etc. Außerdem wird die Werbung mehr werden und das Problem von Spam-Accounts (da kostenlos) nimmt immer weiter zu. Bei Facebook war die Geschlossenheit des Systems von Anfang an Teil der Philosophie. Diese Probleme will App.Net adressieren. Mit ihrem „bezahlte Accounts statt Werbung, Nutzerdatenverkauf und technischer Restriktionen“-Geschäftsmodell wollen sie ein Angebot schaffen, das bereits einigen Early Adoptern das Geld wert ist. Ich gehe davon aus, dass sich mit zunehmender Bereitschaft der Nutzer, z.B. für Smartphone-Anwendungen Geld zu bezahlen, auch eine Bereitschaft einstellen wird, solche Vorteile von Bezahldiensten zu nutzen – insbesondere und zuerst kommen die Technikaffinen und Influencer – eine interessante Zielgruppe für PR und Öffentlichkeitsarbeit.

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