Diskriminierende Sprache fixen

Anatol Stefanowitsch (Blog) hat auf dem #29c3 gerade einen Vortrag über die deutsche Sprache gehalten und wie ihre Verwendung Frauen diskriminiert. Ich empfehle hierzu auch das sehenswerte Video seines Talks bei der OpenMind 2012. Sein Fazit: Die deutsche Sprache ist kaputt. Jemand muss sie fixen. Er rief dazu auf, Sprachhacks (Studentinnen und Studenten / Studierende / Student_innen / StudentInnen / …) zu nutzen oder seine von vorneherein heile Version 2.0 der deutschen Sprache zu entwickeln.

Die folgende Frage wollte ich eigentlich am Saalmikrofon stellen, aber als ich dran gewesen wär, war die Zeit leider rum – daher hier meine Amerkung: Ich stimme Anatol zu, dass wir Sprachbenutzer das Problem angehen müssen. Und wenn man schon darüber nachdenkt wie, sollte man Folgendes im Hinterkopf behalten: Eine Lösung, die mit genau zwei Geschlechterrollen funktioniert, wird ebenfalls wieder Menschen diskriminieren. Die Mehrheit der Sprachgemeinschaft ordnet sich sicherlich eindeutig einer der beiden Geschlechterschubladen männlich/weiblich zu. Aber es gibt auch viele Menschen, auf die dies nicht zutrifft (WP: Transsexualität, Intersexualität). Oder die Zuordnung des Sprechers in Frau oder Mann entspricht nicht der der gemeinten Person.

Bei den von Anatol angesprochenen Überlegungen sollten wir diese Herausforderung mit auf dem Schirm haben. Da ich mich in dieser sprachwissenschaftlichen Diskussuion leider überhaupt nicht auskenne: Gibt es dazu Ansätze? Für Hinweise wäre ich dankbar.

Ein anderer Punkt fiel mir bei den Fragen nach Anatols Vortrag auf: Die meisten Fragenden duzten Anatol, eine von mir als weiblich einsortierte Fragende siezte ihn. Gibt es schon sprachwissenschaftliche Diskussionen, das Siezen als (von den Angesprochenen eventuell unerwünschte) Altersdiskriminierung zu ächten? Oder bin ich der Einzige, dem so etwas schon negativ aufgefallen ist?

(Update: peinliche Typos in Titel und Fließtext gefixt.)

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